Wrzl-Blog

Trains, Toons & Rock'n'Roll. And more. And in deutsch. Now. Und jetzt.

20.11.14

Wrzl reist: Irgendwo nach Kosovo und zurück und so... (Tag 4: Back to life, wohin auch immer)

Alle Teile
Tag 1: Mit Witz nach Mitrovica
Tag 2: Peja bejahen
Tag 3: Mitrovica Reloaded
Tag 4: Back to life, wohin auch immer...
Tag 5: Mein Blok
Tag 6: Avalaheiligen

Und wieder ein neuer Tag. Heute sollte es wieder zurück nach Serbien gehen. Auf dem Weg zum Busbahnhof erblicke ich diese Stellenanzeige. Die Vorgaben erfülle ich prinzipiell...

 Eine internationale Abfahrtstafel im Busbahnhof Prishtina, Stand 27.4.2014.
Mittlerweile gibt es die Abfahrten ab hier auch im Internet: http://www.prishtina.com/stacioni-i-autobuseve - als ich dort war, gab es diese offenbar noch nicht, oder ich war trotz intensiver Suche zu doof, sie zu finden.


Stattdessen hatte ich mich auf die Angaben von balkan-viator.com verlassen - einem "pan-jugoslawischen" Anbieter von Busfahrplan-Informationen aller ex-jugoslawischen Staaten. Dass die Daten nicht immer 100% verlässlich sind, wusste ich bereits. Deswegen versuche ich, wo immer möglich, deren Angaben durch Besuch entsprechender Busbahnhof-Webseiten oder der Betreiber zu verifizieren. Im Falle von Prishtina ist mir dies nicht gelungen und so stellte ich fest, dass es den bei Balkan Viator angebotenen Bus nach Kuršumlija gar nicht gibt und ich so meine gesamten Reisepläne über den Haufen schmeißen durfte. Keine Strecke Kuršumlija - Niš, nichts mit dem geplanten Abstecher nach Niš - Skopje (Direktfahrt Prishtina - Skopje ging ja nicht, wenn ich auf der Rückreise nicht Ärger mit den serbischen Grenzbehörden riskieren wollte). Einzige vernünftige Möglichkeit, zurück nach Serbien zu gelangen, war ein Bus um 11 Uhr nach Belgrad. Also eben rasch via Internet ein Bettplätzchen in meiner Belgrader Stamm-Absteige Dream Hostel gebucht (recht nahe am Bahnhof gelegen und extrem günstig) und das Busticket geholt. Statt Mazedonien wird jetzt halt Serbien noch etwas weiter erkundet. *seufz*

Nationale Abfahrtstabellen ab Prishtina (Stand 27.4.2014):



Den Bus traute ich mich in all dem Trubel nicht, fotozugrafieren™ (zumal es einer mit serbischem Kennzeichen war - ich weiß ja nicht, wie empfindlich man da auf sowas reagiert), aber für einen hervorragend Fenstersitzplatz und diverse Landschaftsbilder auf der Fahrt von Prishtina nach Beograd hat es gereicht.

Hinter Prishtina...

Erster Zwischenhalt kurz vor der kosovarischen Grenze. Mein Bus würde wohl nachts wieder zurück Richtung Prishtina, Prizren und Dragash fahren.

Kurz darauf erreichen wir den Grenzposten. Ein großes Schild warnt KFOR-Truppen davor, weiter zu fahren und ermahnt sie zur Umkehr. Wir hingegen durchqueren den kosovarischen Zoll rasch und mühelos. Harziger wird es dafür am serbischen Zoll. Erst mal finde ich bemerkenswert, dass Serbien seinerseits überhaupt so etwas hier eingerichtet hat. Erkennt man damit nicht plötzlich diese neue Grenze an? Auf meiner Hinfahrt Richtung Kosovo per Bahn gab es ja auch keine Ausreisekontrolle.

Das sorgt dann auch tatsächlich für Diskussionen. Man wundert sich, dass ich über keine Transitdokumente für Kosovo verfügen würde (man wäre wohl davon ausgegangen, dass ich über Albanien eingereist sei), bis ich mit einem holprigen "Serbija - Kosovo - Serbija" etwas Klarheit schaffen kann. Der Einreisestempel in Subotica vor einigen Tagen untermauert letztlich meine Aussage.

Angeblich soll man bei der Einreise in den Kosovo tatsächlich irgendwelche Papiere erhalten, die man bei der Ausreise wieder abgeben solle. Konkrete Informationen kann ich dazu aktuell jedoch keine finden. Gut möglich, dass man diese bei Einreise via Nord-Kosovo (noch dazu per Bahn) auch gar nicht erhält. Für konkrete Ergänzungen bin ich immer dankbar! :-)
Wie dem auch sei, letztlich durfte ich trotzdem ohne größere Umschweife weiterfahren, während eine andere Passagierin tatsächlich aussteigen musste... (den Grund konnte ich leider nicht eruieren)

Hier ein Bild kurz nach dem Grenzübergang auf die hier stillgelegte Strecke Prishtina - Merdare (- Niš).

Sieht unbefahren aus...
Obwohl vor einiger Zeit zumindest wieder ein Zugspaar täglich von Niš bis nach Merdare fahren sollte, ist der letzte Abschnitt (Kuršumlija - Merdare) mit Stand November 2014 immer noch wegen Unwetterschäden gesperrt.





Plötzlich fahren wir an einem künstlich angelegten See entlang. Wie ich später herausfinde, trägt er den Namen Ćelije - gleich wie der Ort, den wir dabei durchfahren.

Vor Belgrad stehen wir dann eine gute halbe Stunde im Stau, welcher mir hier genügend Zeit zum Häuser zählen ließe. Wenn ich es denn gemacht hätte.

Angekommen in Belgrad am Busbahnhof.

Ich fühle mich wie in einer anderen Welt. Hier kommt mir plötzlich alles wieder wahnsinnig bekannt und wohlgesonnen vor. Im Gegensatz zu Prishtina herrscht hier wieder das pure Leben, ich weiß, wo ich in dieser Stadt hier hin muss und fühle mich auf einmal seltsam "zu Hause". Belgrad erscheint mir im Vergleich zu Prishtina fast schon wie das Schlaraffenland. Überall diese belebten Orte, Supermärkte, Restaurants... Ein Umstand der mich umso mehr erstaunt, als dass ich Belgrad ja eigentlich relativ gut kenne und theoretisch wusste, was mich dort erwartet.

Bevor ich mich in mein Hostel begebe, gab es aber erst einige Blicke auf die Abfahrtstabelle. (ebenfalls Stand 27.4.2014 - unter www.bas.rs gibt es die aktuellen Daten)




Auch zu mir nach Hause geht es offenbar umsteigefrei. Zumindest Mittwochs und Samstags...

Besondere Beachtung finden bei mir auch einige unkonventionelle Verbindungen nach Österreich. So etwa nach "Лустенау" (Lustenau), "Брегенц" (Bregenz) oder... "Телфс" (Telfs) O.ô


Tag 5: Mein Blok

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