Wrzl-Blog

Trains, Toons & Rock'n'Roll. And more. And in deutsch. Now. Und jetzt.

10.8.09

Investitionsgut Banane

Der/die/das Eine oder Andere hat's vermutlich mitbekommen, auch der gute Wrzlbrnft hat mit 10 Jahren Verspätung seine Ausbildung begonnen. Er befindet sich nun im erlauchten Club der Eisenbahner und vollbringt im Jahre 2012 hoffentlich einen Abschluss als "Kaufmann Öffentlicher Verkehr", mit dem er anschließend die Weltherrschaft an sich reißt, erster österreichischer Bundesrat in der Schweiz wird, eine vegetarische Fast-Food-Kette eröffnet oder den strategischen Einsatz von Bahnhofstoiletten plant.

So durfte ich z.B. letzte Woche eine ganze Woche im luzernischen Sursee verbringen, wo es die so genannte Einführungswoche von login gab. Eine Woche geballte Lehrstellen-Infos inmitten der Natur des Luzerner Hinterlands inklusive Übernachtung in abgeschotteten Zimmern ohne UMTS-Empfang. Und offenbar war ich auch der Einzige, der es nicht mega-abgefahren und "uh-huere-geil" gefunden hatte. Ich kann mich immerhin darauf hinausreden, dass ich mit Lagern u.ä. auch schon vor 10 Jahren meine größten Mühen hatte.

Wie dem auch sei, seit heute gehöre ich auch zum elitären Verein der Berufsschulgänger. Und es kochen wieder alte Erinnerungen hoch, die ich unterdessen vollkommen verdrängt hatte. Anpassungs- und Systemzwang, lernen und Leistung zählen, ansonsten nichts (komisch, dass ich das in meiner vorherigen Schule so NICHT hatte). In meiner Klasse ist noch nicht mal Trinken während der Stunde erlaubt, für mich als viel- und bewusst-Trinker blanker Horror. Daneben scheint es neben ÖV-Menschen auch nur noch Versicherungen und Banken in der Reihe der kaufmännischen Lehrzweige zu geben. Auch... nennen wir's mal eine "ungewohnte" Tatsache. Und meine ersten Konflikte wegen Nichtanpassung, zynischen Hinterfragungen und ähnlichem sehe ich auch schon vorprogrammiert.

Beispiel? Gerne: Volkswirtschaftslehre... Es mag mir noch so sehr eingetrichtert werden, dass eine simple Banane als "Konsumgut" deklariert wird. Gleichzeitig beharre ich aber ebenfalls darauf, dass sie wieder zum "Investitionsgut" wird, sobald ich sie gegessen und nach der artgerechten Verdauung dem städtischen Kläranlagensystem zugute führe, welches durch den so erfolgten Wasserverbrauch wieder einen finanziellen Gewinn auf seinem Konto verbuchen kann. Sind eigentlich private Toiletten "Konsumgut"? Es erfolgt ja ein Gewinn für die Wasserwerke bei Benutzung, selber benütze ich sie zwar, aber von Konsumieren kann beim Kacken ja kaum die Rede sein.

Hach... Ich sage nur, "Welcome to the Mindfuck" und Grundsatzdiskussionen ftw... Helau!

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