Wrzl-Blog

Trains, Toons & Rock'n'Roll. And more. And in deutsch. Now. Und jetzt.

30.1.07

Ich hasse die cablecom.

Grundsätzlich eine freie Meinungsäußerung, mit der ich zudem wohl nicht ganz alleine in der Welt stehe. Die cablecom ist der Quasi-Monopolist unter den Schweizer Kabelnetzen. Obwohl es auch eine Vielzahl an kleineren, örtlichen Kabelnetzen mit oftmals besserem Angebot und besserer Bildqualität gibt, versorgt cablecom doch die allermeisten Gebiete der Schweiz und nutzt seine Monopolstellung schamlos aus.

Nachdem bereits seit 2001 sukzessive Sender aus fast allen analogen cc-Netzen geflogen sind, um Platz für digitale Programmangebote zu schaffen - zu nennen seien hier u.a. MDR, NDR, M6, Canale 5, France 3 Alsace oder Cartoon Network France - kam in den letzten Monaten eine kontrovers geführte Diskussion um die Programmpolitik der cablecom in Gang, als nämlich Sender wie BBC Prime oder den spanischen TVE international analog abgedreht wurden und seither nur noch im verschlüsselten Digitalangebot zu sehen sind. Die nächsten Abschaltungskandidaten stehen indes ebenfalls fest, es sind dies der WDR und Rai Uno, welche Anfang April das Zeitliche im analogen cc-Netz segnen sollen.

Die Tatsache, dass nun in der Deutschschweiz das 1. staatliche Programm aus Italien - Rai Uno eben - aus dem analogen Netz fliegen soll, hat nun gar italienische Politiker auf den Plan gerufen, die diesen Schritt verhindern wollen. Ebenso wurde von einer Gruppe italienischer Einwanderer die Homepage www.tvpetition.ch ins Leben gerufen, die zum Boykott der cablecom aufruft.Tatsächlich wurde nun von BAKOM-Chef und Bundesrat Moritz Leuenberger verordnet, dass die jeweils 1. öffentlich-rechtlichen Programme der Schweizer Nachbarländer bis auf Weiteres zwingend im analogen Kabelnetz verfügbar bleiben müssen. Somit bleiben also gesamtschweizerisch vorerst immerhin ARD, ORF 1, Rai Uno und France 2 in den Kabelnetzen erhalten.

Grundsätzlich eine nette Geste von Herrn Leuenberger. Jedoch geht eine ganz andere Tatsache bei der ganzen Diskussion unter. Statt dass per solcher Verordnungen der "Switch" auf DVB weiter hinausgezögert und verkompliziert wird, sollte sich der Bundesrat besser mit der Tatsache befassen, dass sowohl die cablecom als auch verschiedene andere Anbieter (etwa im Rheintal oder in Solothurn) praktisch sämtliche ihrer digitalen Programme nur verschlüsselt übertragen. Man ist also gezwungen, eine in ihren Funktionen eingeschränkte Set-Top-Box vom Kabelanbieter zu verwenden. Die Möglichkeit, den Receiver selbst zu wählen oder z.B. die Programme über eine USB-Karte am PC zu verfolgen, wie dies etwa beim Satellitenempfang schon seit jeher möglich ist, wird dem kräftig draufzahlenden Kunden somit verwehrt.
DAGEGEN sollte der Bundesrat endlich mal vorgehen. Es kann nicht angehen, dass selbst die gebührenfinanzierten Programme der SRG nur noch über dieses Quasi-Pay-TV verbreitet werden!!! Generell muss die Regelung ausgesprochen werden, dass sämtliche auf Schweizer Gebiet frei empfangbaren Programme (ob über Satellit oder DVB-T) auch digital FTA zu empfangen sein müssen! Für zusätzliche Pay-TV-Angebote wie z.B. Teleclub, Canal+ oder das cablecom-eigene "C More"-Angebot muss für den Kunden die Möglichkeit gegeben sein, via entsprechendem Modul und Smartcard eine eigene Set-Top-Box seiner Wahl verwenden zu können.

Noch lächerlicher finde ich aber das Verhalten vieler geprellter cablecom-Kunden. Statt einfach ein Digital-TV-Abo abzuschließen, wechseln viele zum neuen Konkurrenten Bluewin TV, welcher erstmals Fernsehen über Internetleitungen anbietet. Dies im Übrigen mit einer nicht weniger proprietären Set-Top-Box und mit etwa dem gleichen Digitalangebot, wie jenem der cablecom. Grundsätzlich hat der Kabelgigant solch eine Ohrfeige ja eh verdient, aber wirklich nachvollziehen kann ich dieses Verhalten auch nicht.

Die wunderbare Stadt Basel ist von der ganzen analogen Abschalterei indes nicht betroffen, da hier nicht die cablecom, sondern die so genannte "Stiftung Kabelnetz" das Sagen über das TV- und Radioangebot der cablecom hat. Zudem verfügt das Basler Kabelnetz über den schweizweit höchsten Ausbaustandard, so dass hier bis auf Weiteres analoge und digitale Programme ein friedliches Nebeneinander fristen können. Aber auch hier kommt bislang nur das grundverschlüsselte cablecom-digital-tv-Angebot zum Einsatz. Neidvoll blickt man auch hier auf die Nachbarnetze in Reinach, Pratteln oder Lörrach, die mit einem breiten Angebot an frei empfangbaren DVB-C-Kanälen aufwarten können...

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2 Comments:

Blogger afei1122 said...

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30 Januar, 2007 22:39  
Anonymous smid said...

Ich sag nur BOMMERANG ;)

24 März, 2007 11:56  

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